DRUBBELGRÜN - EIN STÜCK STADT KEHRT HEIM

EINE AKTION FÜR 3 1⁄2 TAGE
UND ERINNERUNG FÜR AllE EWIGKEIT

8. BIS 10. SEPTEMBER 2013

„Wenn der Dorstener „DRUBBEL“ im September als grüner Grundriss am Boden verlegt wird, entsteht nicht nur neuer temporärer FREI-Raum, es steht zugleich eine vergessene Architektur wieder auf. Eine umwerfende Idee auch in diesem Sinne, die der Landschaftsarchitekt Dirk Vennemann gemeinsam mit dem Designer Marc Kiecok und dem Fotografen Moritz Brilo in nur einem halben Jahr von einer ersten Faszination bis zur Realisierung getragen hat.

Eine Erinnerungs-Skulptur par excellence. Mit dem Verlegen von rund 1000 Quadratmeter Rollrasen auf genau eben jenem Grund, der bis zum Kriegsbombardement vom 22. März 1945 den sogenannten DRUBBEL - einen keilförmigen, die Lippestraße einst mittig teilenden Wohn- und Geschäftshausriegel - getragen hat, schiebt sich das ehemals stadtbildprägende Bauwerk zurück in unser aller Vorstellungswelt: Eine Ausmarkierung der Vergangenheit als zeitgemäßes Sinnbild, geschichtsträchtiger Nähr-Boden und Plafond zugleich für unsere Phantasie. Stilsicher, nicht die gesamte Gebäudeformation wieder aufrufend, sondern handwerklich „am Boden bleibend“ wird hier erinnert. Eine der prägendsten ehemaligen Architekturen der Dorstener Altstadt darf so noch einmal an den alten angestammten Platz heimkehren, den die Lippestraße der verschwundenen Gebäudeformation bis auf wenige Zentimeter noch immer freigibt. Der ausgelegte Rollrasen ist eine Gravur der Erinnerung, er legt aber auch neuen ideellen Raum frei, indem er einen imposanten Teil der Fußgängerzone mit neuem Leben überzieht, über Stein, Brunnen und Pflaster. Eine grüne Aue, die zu frischer Wahrnehmung einlädt.

„Hinterlassenschaft als Mittel zur Anstiftung“ auch hier lebt es wieder auf, das eigentliche Motiv dieser Stadtentdeckung. Was war, was geht, was bleibt, was erinnern wir wie? warum regt uns etwas an, wie setzt es sich fort…?

DRUBBELGRÜN besitzt eine natürliche Raumintelligenz und ein unmittelbares Anregungspotential und ist darin auch ein starkes künstlerisches Zeichen. Vor allem aber ist es eine Gemeinschaftsleistung der Dorstener Handwerkerschaft und bauwerk e.V., die hier zugleich ihre Meisterschaft unter Beweis stellt.“

Marion Taube

 

Historische Ansichten des Drubbels


Bei dem Dorstener Drubbel handelte es sich um eine Art "Häuserinsel", die zwischen dem Franziskanerkloster und den Geschäften der Lippestraße stand. Diese Gebäudezeile teilte die heutige Lippestraße in die linke Klosterstraße und die rechte Lippestraße.


 


Nördliche Ansicht des Drubbels um 1900



Der Blick in die Lippestrasse auf den Drubbel um 1910



Nördliche Ansicht des Drubbels um 1914



Der Blick in die Lippestrasse auf den Drubbel um 1928